Stiftung NAK-Humanitas
Neuapostolische Kirche Schweiz

Projekte und Aktuelles

Beratung für trauernde Eltern bei frühem Kindsverlust
23.12.2015 / Zürich/Schweiz
In der Schweiz kamen 2014 mehr als 85`000 Kinder auf die Welt, davon starben ca. 700 Kinder im Mutterleib oder im ersten Monat nach der Geburt. Jeden Tag sind durchschnittlich zwei Familien von einem solchen schwerwiegenden Schicksalsschlag betroffen. Mit Ihrem Angebot leisten die Beraterinnen der Fachstelle Fehlgeburt und perinataler Kindstod wertvolle Unterstützung.

Trauernde Eltern sind darauf angewiesen, dass sie rasch und einfach Hilfe bekommen. Vom frühen Tod ihres Kindes betroffene Eltern fühlen sich in vielen Fällen in Schock und Trauer allein gelassen. Sie sind darauf angewiesen, dass sie rasch und einfach Hilfe erhalten. Fachpersonen wie auch das persönliche Umfeld sind oftmals überfordert und wissen nicht, wie sie reagieren und stützen können. Das Team der Fachstelle Fehlgeburt und perinataler Kindstod setzt sich dafür ein, dass eine professionelle Beratung und Begleitung der Familien in dieser Krisensituation gewährleistet ist.

Anhand eines Beispiels soll nachstehend die ausserordentliche Situation betroffener Eltern aufgezeigt werden: Voller Hoffnung erwarten Martin und Lina G. die Geburt ihres ersten Kindes. Das Kinderzimmer ist eingerichtet, alles ist für die Ankunft des Mädchens vorbereitet. Mitten in der Vorfreude zeigt die Ultraschallkontrolle im 8. Monat, dass das Herz ihrer Tochter nicht mehr schlägt. Verzweifelt und hilflos ruft Martin die Fachstelle für Fehlgeburt und perinataler Kindstod an: „Vorgestern war alles noch in Ordnung, nun können wir kaum noch atmen. Alles steht still. Der Berg vor uns ist riesengross. Haben wir etwas falsch gemacht? Ist es unsere Schuld? Wie soll es jetzt nur weitergehen…“.

In solchen Momenten leisten die Beraterinnen erste Hilfe am Telefon und helfen Betroffenen, erst einmal zu begreifen, was passiert ist. Sie unterstützen darin, wieder Boden unter die Füsse zu bekommen und ebnen mit ihrem Fachwissen den Weg für ein gesundes Weitergehen. Ein Ziel ist es, betroffenen Familien in dieser Krisensituation geeignete Fachpersonen zu vermitteln und dadurch eine heilsame Verarbeitung des schweren Schicksalsschlags zu ermöglichen. Doch auch Fachpersonen aus der Geburtshilfe, Gynäkologie, Neonatologie, Seelsorge, Therapie und Mütter-Väter-Beratung sind in diesen oft herausfordernden Betreuungssituationen immens gefordert. Der Beratungsdienst begleitet auch sie in Form von Coachings und bietet regelmässig Weiterbildungen an.

Ein halbes Jahr später sagt Martin G.: „…welch ein Glück, dass ich damals die Nummer der Fachstelle FpK im Internet gefunden habe. Dieser Rettungsanker war für uns unheimlich wertvoll. Dadurch gelangten wir zu einer Hebamme, die uns im Abschiednehmen mit unserer kleinen Maja einfühlsam begleitet und ermutigt hat, uns die Zeit zu nehmen, die wir brauchten. Auch wenn die Trauer um Maja bleiben wird, heute spüren wir wieder Zuversicht und wissen, dass das Weiterleben möglich ist.“

Die Stiftung NAK-Humanitas unterstützte mit einem Beitrag von CHF 10‘000.- die wertvolle und für die Betroffenen wichtige Beratungs- und Unterstützungsarbeit der Fachstelle.