Stiftung NAK-Humanitas
Neuapostolische Kirche Schweiz

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Herausforderung Ebola
24.09.2015 / Zürich/Schweiz
25’213 bestätigte Fälle, wahrscheinliche Fälle und Verdachtsfälle weltweit und 10’460 Ebola-Todesfälle. Das ist die erschreckende Bilanz der Ebola-Epidemie, die im Frühjahr 2014 in einigen Ländern Westafrikas in noch nie dagewesenem Umfang um sich griff.

Seit den 1970-er Jahren werden immer wieder Menschen mit dem Ebola-Virus infiziert. Die bisher grösste Epidemie ereignetes sich letztes Jahr. Am 22. März 2014 wurde in Guinea offiziell ein Ebola-Ausbruch erklärt. Ein Jahr später hatte der Virus über 25'000 Menschen infiziert und mehr als 10'000 Todesopfer gefordert. Die Zahlen übertrafen bei weitem diejenigen aller vorhergehenden Ebola-Epidemien.  

Bisher waren Fälle von Ebola-Fieber vorwiegend in abgelegenen ländlichen Gemeinschaften aufgetreten, was die Eindämmung erleichterte. Diesmal jedoch gab es bereits nach kürzester Zeit Krankheitsfälle in dicht besiedelten Städten wie Conakry. Der Virus breitete sich zudem im Grenzgebiet von Guinea zu Sierra Leone und Liberia aus, in dem reger Grenzverkehr herrscht. Im besagten Grenzgebiet war dies jedoch noch nie der Fall gewesen, so dass die Lage zu Beginn falsch eingeschätzt wurde. Die ohnehin schwachen Gesundheitssysteme in den am stärksten betroffenen Ländern waren nicht vorbereitet und zu schlecht ausgestattet, um die Krise bewältigen zu können.  

Umfangreicher Hilfseinsatz
Auch für Médecins sans frontières (MSF) wurde dieser Notfalleinsatz zu den grösste, die die Hilfsorganisation jemals durchgeführt hat und brachte die Helfer infolge des dramatischen Ausmasses der Epidemie an ihre Grenzen. Bei vorhergehenden Ausbrüchen musste MSF jeweils nur ein einziges Ebola-Behandlungszentrum betreiben. Diesmal waren es 15 Zentren in den Regionen Guinea, Sierra Leone, Liberia, Mali, Senegal, Nigeria und in der Demokratischen Republik Kongo. Um eine grössere Wirkung zu entfalten, gab MSF Schulungen in der Ebola-Behandlung für tausende Fachkräfte, darunter MSF-Personal und viele Mitarbeiter anderer Nichtregierungsorganisationen und von UN-Organisationen.

Die Neuinfektionsrate liegt heute auf einem äusserst niedrigen Niveau. Liberia wurde am 9. Mai 2015 offiziell für Ebola-frei erklärt. In Sierra Leone und Guinea werden allerdings wöchentlich neue Krankheitsfälle gemeldet, und es ist davon auszugehen, dass die Epidemie noch nicht ausgestanden ist. Die MSF-Teams führen den Betrieb der Ebola-Behandlungszentren deshalb fort und setzen in den betroffenen Gemeinschaften alles daran, die letzten Herde einer Epidemie zu löschen, die alle bekannten Ausmasse sprengte.

Die Stiftung NAK-Humanitas unterstützte die Arbeit von Médecins sans frontières zur Ebola-Bekämpfung mit einem Beitrag von CHF 10000.–.